Rumbalotte Prenzlauer Berg Connection e. V.

Die von Mareile Papenfuß-Fellien und Bert Papenfuß betriebene Kulturspelunke Rumbalotte continua eröffnete am 17. September 2010 und schloß am 18. September 2015. Zur Geschichte der Rumbalotte und des Umfelds siehe: Das Haus der Anarchie

Diese Website dient jetzt den Aktivitäten von Rumbalotte Prenzlauer Berg Connection e. V., wir organisieren Veranstaltungen in verstreuten Spielstätten und unserem kollektiven Vereinslokal in der Berliner Straße 80-82 in Pankow: Die Schönhauser hoch, über die Wisbyer, 100 Meter weiter auf der rechten Seite in der Willner Brauerei. Am Rande des spätsommerlich verdorrten und demnächst vorwinterlich verwaisten Biergartens finden unsere Sprechstunden vorläufig Donnerstag und Freitag ab 20 Uhr statt und außerordentlich zu den jeweiligen Veranstaltungsterminen.

Neu? Neu! Nein! Doch: Neu!

PLÖRRE DER EMPÖRUNG
Das Literaturfestival in Prenzlauer Berg vom 26. September bis 5. Oktober 2016

Programminformationen unter: Programm

Weiteres unter: www.facebook.com/rumbalotte.continua

Für die Mutter der Ordnung - gegen den Vater aller Dinge!

ACHTUNG!

Die Email-Adresse mail@rumbalotte-continua.de funktioniert zur Zeit nicht, stattdessen bitte benutzen: bertpapenfuss@gmx.de

 

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Beginn des Logbuchs, es folgt der Chronologie des aufsteigenden Astes:

 

5. Eintrag Logbuch Rumbalotte Prenzlauer Berg Connection

Im März saß Xandi am Strand der Wrangelstraße und empfing, während er Sätze spannte, eine elektronische Flaschenpost. Die darin enthaltene Botschaft lautete: Ragnarök. Xandi sammelte also alle Sätze ein, die er bisher um sich geschart hatte, legte sie in die Spielzeugkiste seines Sohnes und rettete erst mal die schlingernde Rumbalotte. Seitdem stand er jeden Donnerstag in der Messe und teilte aus. Leila nahm sich daran einen Bleistift und versprach, jeweils Freitag zu öffnen, was sie meist tut. Die Wirtschaft ist also an diesen Tagen regelmäßig offen! Inzwischen hat sich Xandi vorrübergehend ins Mediterrane abgesetzt und Robert Mießner bespielt den Donnerstagsclub. Die Redaktion des Abwärts! tagt jeden Mittwoch und die Projektschmiedeküche dampft aus allen Kesseln und pfeift auf den verbliebenen Konsolen. Man erinnerte sich rechtzeitig, daß 2017 ein Jubiläum zu feiern ist, welches von der Crew jetzt angesteuert wird: 100 Jahre Große Sozialistische Oktoberrevolution! Auch wenn es keine wahrhaft „sozialistische“ Revolution (Wer braucht schon eine Umdrehung der Machtverhältnisse? Anarchisten jedenfalls nicht!) war, und im Februar und November stattfand; dazu später mehr, und zwar ausführlicher als ihr wohl wollen würdet. – Die Navigation setzt sich nun aus einem sechsköpfigen Feuerwerkskörper (Kristin Schulz, Mareile Fellien, Frank Diersch, Rex Joswig, Mario Mentrup, Bert Papenfuß) zusammen, der definitiv zum Entern uns kreuzender Schiffe bereit ist, um die nötigen Prisen für das Spektakel zu ergattern.

Norbert „Knofo“ Kröcher betätigte sich des umgekehrten Verfahrens: Er enterte nicht, sondern warf seinen Ballast in Vorbereitung seiner überstürzten aber wohlüberlegten Abfahrt aus Berlin und Umgebung als Kargo auf unser Schiff – und verpißte sich mit der Nachricht, für eventuelle Nachfragen zum Bestand zwischen elf und eins erreichbar zu sein; jeweils dann, wenn er einen Sendemast umkreist: Knofo, du alte Landratte, und zwar die einzige unter uns mit Steuermannspatent! Um seine Handbibliothek loszuwerden, wird darum gebeten, an Bord zu kommen und sich gegen eine Eule pro Buch plus Spende an der Auflösung des Ballasts zu beteiligen. Und, als hätte man nicht schon genug zu tun, mischte sich bei einer Anfahrt in den nächsten Strudel Charlotte Krafft unter das Sackrattenpack. Erst bei der Abfahrt entdeckte man sie, inmitten einer vagen Idee, eingeschlossen in der Bilge. Auch dazu später mehr.

Wie bereits in den Heften 13, 14 und 15 des kult.-pol. Schmierenblattes Abwärts! angekündigt, erscheint im Herbst der erste Band von Knofos Autobiografie im BasisDruck Verlag. Um die erheblichen Produktionskosten zu stemmen, haben wir um Spenden ersucht und tun dies weiterhin – bitte unter dem Stichwort „Publikation Knofo“ auf das Konto:

Rumbalotte Prenzlauer Berg Connection e. V.

IBAN: DE 60 1005 0000 0190 320 443

BIC: BELADEBEXXX

Die ersten großzügigen Spenden sind bereits eingegangen, wir bedanken uns mit kämpferischem Gruß. Diejenigen, die nicht explizit der Beihilfe zu Knofos Machwerk bezichtigt werden wollen, sondern unsere Umtriebe allgemein unterstützen wollen, lassen bitte das Stichwort weg und schreiben was anderes Nettes oder gar nichts hin. – Genaue Beschreibungen weiterer anstehender Projekte sind in Kürze unter dem entsprechenden Menüpunkt einzusehen.

Reise, reise; Grüße von Dorsch im besonderen und Hecht selber, 4. 7. 16

 

4. Eintrag Logbuch Rumbalotte Prenzlauer Berg Connection

Das Neue Jahr begann ganz im Sinne der dürftigen Schaluppe. Gefeiert wurde trotzdem. Der sechzigste von Papenfuß, gemeinsam – wie immer – mit Egon dem Gast aus Nimmerland und Magic Mießner mit Geheimhaltungssiegel. Aus dem Nepal berichtete Henning Rabe: … der Boden wirkte so unfest. Die neuesten Nachrichten vom letzten Jahr sendete der telegraph und Abwärts! las in die vorgegebene Richtung. Und dann wurde es kalt. Das Schiff steuerte, ganz im Fahrwasser alter Luxusschiffe, auf einen Eisberg zu. Niemand beachtete die Eiszapfen, die sich an der Reling formten. Niemand hörte auf die unregelmäßigen Motorengeräusche. Eine Besichtigung des Maschinenraumes fiel wegen Becherovka aus. Stattdessen wurde an Deck ein Swimmingpool geplant. Alle saßen sie in ihren Liegestühlen und prosteten sich zu. So auch das Maschinenraumpersonal. Ist doch irgendwie Scheiße, so ein Schiff: arbeiten Leute unten, in der Mitte und oben. Also so ganz gegen unsere Prinzipien, als Mannschaft. Und deshalb saßen und flanierten alle an Deck. Ganz gleichberechtigt. Und so konnten wenigstens alle – gleichberechtigt – den phantastischen Aufprall auf den Eisberg beobachten. Zwischen zwei Moskowskaja und einem Cuba Libre, mehreren Schwarzbieren und einigen Lübzern, aber hauptsächlich Berlinern und einer ausstehenden Bestellung stellte man irritiert fest, daß sich das ganze Ding „Schiff“ nicht satzungsmäßig bewegt. Daß es sich geradezu, oder quer, oder richtungsselbstlaufend bewegt. Es wurde eine große Beobachtungssitzung einberufen, woran die meisten erstaunlicherweise teilnahmen. Und dann ging das ganze Eisen-Holz-Volumen, gerieben an einer Minus-1,9-Grad-Packeissituation komplett nicht unter, sondern baute sich in den Block ein. Seit dem 28. Januar dümpelt das merkwürdige, starre Gebilde nun in der See. Es wurden bisher keine Hilferufe abgesetzt. Man kann vermuten, daß sich innerhalb der Eisblockade eine Überlebenspropaganda entwickelt. Unter diesen anarchistischen Verhältnissen bleiben weitere Entwicklungen abzuwarten.

Es grüßt der Satellit 01-16

 

3. Eintrag Logbuch Rumbalotte Prenzlauer Berg Connection

Vom 8. bis zum 22. November 2015 ging das Literaturfestival in Prenzlauer Berg in die zweite Hälfte seiner dritten Runde. Wir veranstalten unsere Aufläufe nicht für die Statistik – wobei! Über 40 Autoren, Verlagsmenschen, DJs, Musiker, Filmemacher und Maler bestritten 15 abendfüllende Veranstaltungen in der rustikalen Politrock-Kneipe BAIZ, der moderaten Freejazz-Destille Watt, der lässigen Beefheart-Bar Luxus und im informellen Industrial-Ambiente der Rumbalotte Prenzlauer Berg Connection. Getreu unserer Definition des Prenzlauer Bergs als Westbalkan hörten wir Texte aus Griechenland, der Türkei, Österreich, dem eigentlichen Dresden, Finnland, Mecklenburg und Vorpommern (das "und" macht hier die Musik), dem Ruhrgebiet wie dem Wedding. Wir inspizierten den Kreuzberger Untergrund und inhalierten die Höhenluft des Kaukasus. Im Ab- und Aufstieg initiierten wir eine neue Lesereihe: Luxus braucht Sklaverei.

Kneipenluft macht schön. Von daher konnten wir die 11. Ausgabe unserer kult.-pol. Zeitschrift Abwärts! als Festival-Doku-Soap mit Starschnitten präsentieren. Zu denken gab uns das rätselhafte Verschwinden eines Schlüsselbundes und Portemonnaies. Von ihrem wundersamen Wiederauftauchen wird zu reden sein. Die Angesprochenen schauen besser nicht in den Spiegel, sondern tief in ihre Wasser- und Teerationen. An dieser Stelle ein Rezept: beim gekochten Ingwertee unbedingt den Ingwer in der Kanne belassen; die Aromen der letzten zwei Gläser gemahnen an jene des Ratzeputz!

Damit stünde einem Festival im nächsten Jahr fast nichts im Wege. „Den ewigen Dalles“ (Erich Mühsam) vermeidlich machte das Bezirksamt Pankow in Gestalt des FB Kunst und Kultur. Wir bedanken uns und schlagen nach bei H. C. Artmann:Der poetische Act ist materiell vollkommen wertlos und birgt deshalb von vornherein nie den Bazillus der Prostitution. Seine lautere Vollbringung ist schlechthin edel.“

Mit Grüßen an die Mannschaft

Magic Mießner

 

2. Eintrag Logbuch Rumbalotte Prenzlauer Berg Connection

Am 30. Oktober legte das Schiff Rumbalotte mit sturmgewölbten Segeln im Hafen der Willner Brauerei an. Die Sohlen der Mannschaft und aller angetriebenen Schiffbrüchigen polierten die Planken im Rhythmus zu Rex’ Sound aus dem Marianengraben. Aus seiner Tiefe illuminierten bizarre Meereswesen den Raum. Deklination – eine Studie im unfreien Fall! lasen Ann Cotten, Susanne Schuda und Julius Deutschbauer aus der Flaschenpost.

Hinterm Stahl des Tresens watete Leila knöcheltief im Seewasser, um die trockenen Kehlen zu füllen. Es wurde auf das Wohl von Arthur und Dominique angestoßen, die diese Anlegestelle ermöglichen, und auf ein gemeinsames Gelingen. Bis in die frühen Morgenstunden hielt man sich an der Reling bis auch die Letzten, das Schaukeln des Schiffes gewohnt, schwankend Landgang nahmen. Sláinte!

2. November 2015: In dieser Woche sollte endlich die Heizung eingebaut werden. Solange diese nicht installiert ist, werden wir unsere Sprechzeiten (Mi – Fr ab 17 Uhr) noch nicht zuverlässig einhalten können. Falls es auch in dieser Woche nicht klappen sollte, dann wird für die Veranstaltungen zum Literaturfestival (siehe Programm) Montag, 9. Nov und Mittwoch, 11. Nov eine alternative Heizung vor Ort sein.

Es grüßt die Mannschaft

 

1. Eintrag Logbuch Rumbalotte Prenzlauer Berg Connection

An alle, die mit uns weiterreisen wollen,

wir suchen nach wie vor einen geeigneten Raum für aufrührerische Tätigkeiten. Leider bieten die Inhaber des Prenzlauer Berges nur überteuerte Immobilien an. Wir bitten dringend um Mithilfe, bei der Suche nach günstigen Räumen. Irgendwie um die Ecke, mit sowas wie 60 qm, und ungefähr bei Nullmiete. Es soll ein Raum für die neue Bordbuchhandlung, eine Arbeits-, Veranstaltungs- und Treffsituation entstehen. Und selbstverständlich sind wir hierbei auf jede Unterstützung angewiesen. Finanziell, wie tatkräftig!

Spendenkonto (Quittungen werden gerne ausgestellt):

Rumbalotte Prenzlauer Berg Connection e. V.

Kontonummer.: 190320443

BLZ: 100 50000

IBAN: DE 60100500000190320443

Berliner Sparkasse

Solange wir hafenlos in Prenzlauer Berg rumdümpeln, sind wir im neuen „Watt“ am alten Ort ab 17. Oktober anzutreffen.

Es grüßt im Auftrag der Mannschaft,

Mareile

 

Liebe Freunde, Kollegen, Mitstreiter, Kulturinteressierte, Schnaps- und Pappnasen,

Letzter Eintrag Logbuch Rumbalotte continua

Am 19. September legt die Rumbalotte continua aus dem Hafen Metzer Str. 9 ab, um Sindy Kliches „Watt“ Platz zu machen. Fortan schippert das Geisterschiff Rumbalotte (Prenzlauer Berg Connection e. V.) durch die Gewässer des polierten Prenzlauer Berges, um hier und da das eine und andere Kulturbeben anzuzetteln.

Die Kapitäne Mareile und Bert geben die Führung gerne ab und werden endlich getreu ihrer anarchistischen Ideen bei der Mannschaft anheuern ohne Chefs und Positionen. Ab jetzt macht hier jeder was er will und kann, sagt was auf der seesalzigen Zunge brennt, liest aus der Schnapsflaschenpost, spinnt das Seemannsgarn weiter und singt und trinkt gegen das laue Lüftchen an, das hier zu einer unerträglichen Wettererscheinung geworden ist.

Wir bedanken uns bei allen, die sich stoisch am Tresen festhielten, die geduldig unserem Programm lauschten, den Leckstopfern, den Lieferanten für Ideen und Wort und Tat und Arbeit, unseren Unterstützern, egal in welcher Form. Dank an die Smutjes Egon und Karsten. An Ronny, der quasi für alles und immer zur Stelle war, wenn irgendwo im Cockpit ’ne rote Lampe leuchtete. Dank an die Redaktionen, die um die Reliquie des Torpedokäfers saßen und die Köpfe nebst Pfeife qualmen ließen und damit einen beträchtlichen Beitrag für den Fortbestand von lesbaren Zeitschriften leisteten. Und vor allem Dank den hartgesottenen Allround-Fachkräften hinterm Tresen, die das alles auf ihre Weise ausgehalten haben. Auch wenn dabei diverse Whiskeyflaschen über Bord gingen.

Schiff Ahoi,

Mareile und Bert

 
 
  Schankwirtschaft Rumbalotte continua  •  Metzer Str. 9   •  10405 Berlin